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1

Dienstag, 21. Juni 2016, 13:49

Nützt Fasten?

Hallo in die Runde,

hat mal jemand versucht, das Biest durch Fasten zum Stillstand zu bringen?

Mir scheint, alle Therapien zerstören viel, schwächen zusätzlich und sind doch nicht so wirksam.

Daher komm ich drauf, auch, weil Intervall-Fasten bei Krebs gut sein soll.
Komm grad nicht drauf, welche Studien es da gibt, aber ich finde es zumindest interessant.

Ich probier das jetzt mal aus, mit Gemüsebrühe und Eiweißzeugs, seit gestern. Die ersten 3 Tage sind die schwersten...
Ich werde ja dann sehen, wie es mir geht.

Das Biest macht mir Angst, aber die üblichen Therapien auch.

Drückt mir die Daumen!

Gruß, Lili

2

Dienstag, 21. Juni 2016, 18:24

Hallo Lili,

also beim letzten Patiententreffen in Mannheim hat ein Naturheilkundemediziner über Komplementärmedizin gesprochen und wenn ich ihn richtig verstanden habe, hilft Fasten bei Desmoiden nicht und die komplette Zuckervermeidung ebenfalls nicht. Am Besten wäre eine normale Mischkost, meinte der Referent.

LG Manu

3

Mittwoch, 22. Juni 2016, 07:55

Hallo, Manu

ich mach es jetzt einfach mal.

Zumindest mindert es mein Gefühl des Ausgeliefertseins, und das ist doch auch schon mal was.

Wünscht mir Glück!

LG Lili

4

Mittwoch, 22. Juni 2016, 14:34

Hallo Lili,
einen Tumor mit Fastenkuren zu bekämpfen hört sich traumhaft an und ich drücke Dir die DAumen :)
Allerdings schließe ich mich Manus Meinung an.
Selbst O.C. Simonton hat über seiner Selbsheilung bei Krebs seine eigene Heilmethode in Zusammenhang mit der Schulmedizin wie Ops und Chemo gemacht und D.Servan-Schreiber schreibt das auch in seinem Anti-Krebs-Buch.


LG von Runa


5

Mittwoch, 22. Juni 2016, 21:15

Ja, ich will das auch niemandem empfehlen.

Aber es hätte mich schon interessiert, ob es jemand probiert hat.

Alle Therapieoptionen erscheinen mir bisher unsicher in ihrer Effektivität, aber mit großen Möglichkeiten, weitere Schäden zu setzen. Fasten schadet mir bestimmt nicht, hab gut was zuzusetzen.

Mit knurrendem Magen, aber ich halte durch

Lili

6

Donnerstag, 23. Juni 2016, 18:21

Hallo Lili,
man kann ja auch alles, was einem richtig erscheint ausprobieren. Ich habe auch schon viel ausprobiert, wo meine Ärzte nicht dahinterstanden. Man sollte aber auf jeden Fall regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen, möglichst zu Experten für Desmoide, gehen, damit der Tumor nicht unbemerkt in Organe, Gefäße, oder Nerven reinwachsen kann. Da die Tumore ja infiltrierend und verdrängend wachsen, hat man sonst vielleicht, wenn man zu lange wartet nicht mehr mehrere Behandlungsoptionen. Ich habe mich auch lange gegen die Chemotherapie gewehrt und meine behandelnden Ärzte wahrscheinlich Nerven gekostet. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich es früher hätte machen sollen. Das halbe Jahr war nicht angenehm, aber ich habe jetzt viel mehr Lebensqualität. Natürlich habe ich auch Nachwirkungen und Folgen von der Chemotherapie, aber insgesamt gesehen, geht es mir viel besser.

Ich wünsche ALLEN ein schönes Wochenende im Allgäu und zu Hause! :)

LG Manu

7

Freitag, 24. Juni 2016, 09:37

Hallo Lili,
auch ich schließe mich Manus Meinung an. Ich habe auch alles ausprobiert und war z. B. in einer homöopathischen Klinik... Such dir aber auf jeden Fall einen Experten!
Hallo Manu,
du machst mir immer wieder Mut, danke! Ich bekomme nächsten Mittwoch ja auch schon die vierte Chemo und am 18. Juli habe ich dann ja endlich den MRT-Termin. Ich merke, dass sich irgendwas am Tumor verändert. Ich hoffe so sehr, dass er kleiner wird. Beim Gehen fühlt sich das rechte Bein bzw. der Tumor aber häufig so schwer an (wie ein Stein)... Also anders als vorher. Kennst du das auch? Welche Nachwirkungen und Folgen hast du von der Chemo?
Ich wünsche euch alles Gute und ebenfalls ein schönes Wochenende (im Allgäu oder zu Hause).
Liebe Grüße
Kiki

8

Donnerstag, 30. Juni 2016, 12:58

Fasten - warum und wofür?

Hallo Lilib,

kann Deine Frage sehr gut nachvollziehen! Habe mir rund um das Thema auch schon viele Gedanken gemacht.

Ich habe früher öfters gefastet, darf es aktuell wegen Leberproblemen nicht mehr, erlaube mir trotzdem einige
Gedanken rund ums Thema und Deine Anfrage.

1. Warum fasten?
Ich glaube, man sollte nicht wegen eines Tumors fasten. Das mag der Initialimpuls sein, danach sollte man sich
intensiv mit dem Fasten auseinandersetzen. Meine Erfahrung ist, dass Fasten den Menschen befreit: von schlechten
Gewohnheiten, von Darmablagerungen, einem vollgestopften Geist,... eine Befreiung im wahrsten Sinne des Wortes!
All diese Dinge mögen indirekt Auswirkungen auf den Tumor haben.

2. Wie fasten?
Im klassischen Sinne fasten, heißt Verzicht auf alles festes Essen. Meinem Kenntnisstand und Praxis nach ist nur
Gemüsebrühe, Wasser und Tee erlaubt. Zu einem solchen Fasten gehören noch viele Rahmenbedingungen:
1. Eine Zeitspanne Ruhe (z.B. Urlaub oder wenigstens Terminfrei)
2. Essenstechnische Hinführung
3. Abführen (dann stellt sich kein Hunger ein)
4. Leberpflege z.B. in Form von Lebertees und Leberwickeln
5. Gemäßigte Bewegung und Ruhe
6. Geregeltes Fastenbrechen
Meiner Erfahrung nach, macht es in einer Gruppe besonders viel Spaß und man gibt sich gegenseitig Kraft.
Der Effekt einer solchen Fastenkur ist der Übergang unseres zuckerbasierten Stoffwechsels in einen ketonischen,
fettverbrennenden Stoffwechsels. Dies ist für die Leber sehr anstrengend, daher die o.g. Maßnahmen.

Natürlich gibt es heute auch Mischformen wie Saftfasten, Suppenfasten...

3. Wofür fasten?
Meinem Kenntnisstand nach wirkt - auch regelmäßiges - Fasten bei denjenigen Tumoren gut, welche Rezeptoren
für den Zuckerstoffwechsel haben. Herr Prof. Hohenberger hat mir mal gesagt, dass dies bei den Desmoiden
nicht der Fall ist - was für mich noch nicht ausschließt, dass es vielleicht trotzdem wirken kann (wenn man
sich z.B. an die Wirkung von hormonellen Therapieansätzen erinnert, die manchmal trotz fehlender Rezeptoren
wirken).

Der Übergang in einen ketonischen Stoffwechsel kann übrigens nicht nur mit Fasten erreicht werden. Die
Ernährung kann - z. B. auch nur für eine Zeitspanne - entsprechend umgestellt werden. Ich habe das
mal in einem Krebsbuch gelesen. Keinerlei Kohlenhydrate mehr, ärztliche Überwachung und wegen der
Leberbelastung sind sicherlich auch entsprechende Stützungsmaßnahmen sinnvoll. Diese Ernährungsform
gibt es auch im "echten" Leben, z.B. ernährten sich die Eskimos traditionell (wegen des Essensangebotes)
so.

4. Mein Fazit für Dich
Informiere Dich (Bücher, Vorträge,...) und entscheide, ob Du das für DICH und Deinen Gesamtkörper machen
möchtest, Du das in Deinem Leben unterbringst und wie Du es durchführen möchtest. Und dann entspannt
abwarten, was Dein Desmoid dazu sagt. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es DICH als Person auf
jeden Fall weiter bringt. Viel Erfolg!


Es grüßt Dich

Thea

9

Freitag, 1. Juli 2016, 08:38

der Desmoid-DiagnoseHallo, Thea,

danke für deine ausführliche, informative Antwort!

Bin über Fasten gut informiert, denke ich, und mach es bestimmt nicht gesundheitsschädigend, weil ich es mit selbstgekochter Gemüsebrühe + einem Schuss hochwertigen Öl und einem Eiweißkonzentrat mache, so dass ich keinen Muskelabbau fürchte. Also im Grunde ist das dann eine niederkalorische Diät. Hab ich schon mal gemacht und mich prima damit gefühlt, außerdem gut Gewicht verloren und bestimmt meine Leber entlastet. Übrigens hab ich das damals ca 2 Monate gemacht und das Fastenbrechen ganz leichtsinnig so gestaltet, dass ich sofort wieder ganz normal gegessen habe. Hab ich anstandslos prima vertragen.
Hatte jetzt schon vor der Desmoid-Diagnose beschlossen, es noch mal zu machen.
So lange es mir damit gutgeht, werde ich es nun weitermachen. Glaube nicht, dass es mir schadet.

Eigentlich wollte ich ja hören, ob das mal jemand gemacht hat.

Liebe Thea, alles Gute für dich!

Grüße von Lili

10

Samstag, 2. Juli 2016, 10:39

Diaet halten trotz Tumor

Hallo Lilib,


jetzt ist mir klar, dass du eine Diaet und kein klassisches Heilfasten machen moechtest. Vielleicht helfen meine Informationen trotzdem dem ein oder anderen in seiner Orientierungsphase.

Du schreibst von einer kalorienreduzierten und eiweissdominierten und mit hochwertigem Oel ergaenzden Diaet / ich stelle mir das ein bisschen wie eine Almased Kur vor. Zwei Hinweise, welche ich von meinem Arzt hierzu erhalten habe

1. zu eiweissdominiert kann Nierenprobleme mit sich bringen
2. niederkalorisch bedeutet immer, dass der Koerper seine Fettreserven anknabbern soll und das belastet die Leber. Wenn das bei Dir persoenlich nicht der Fall ist prima. Nachdem jedoch viele Desmoid Patienten aufgrund der vielen Medikamente leberbelastet sind, sollte dies auf jeden Fall im Hinterkopf behalten werden bzw ueberwacht werden.

Nun zu deiner eigentlichen Frage nach den Erfahrungen. Ich habe seit September 2015 meine Ernaehrung wie folgt umgestellt
a. keinen Industriezucker mehr
b. deutliche Reduzierung aller Backwaren auf 2 Scheiben Vollkornbrot taeglich
c. zu 80% vegan, 15% vegetarisch, max. 5% Fleisch
d. Austausch Fette durch hochwertige Pflanzenoele
e. in der Regel nur noch 3 Mahlzeiten taeglich

Effekte
deutliche Gewichtsreduzierung
Steigerung des Wohlbefindens
Tumorwachstum in diesen nun 10 Monaten 40%, davor minimales Wachstum

Mein Fazit
Nachdem nicht klar ist, wie schnell und ob ueberhaupt eine Ernaehrungsumstellung z.B. auf Tumorgeschehen wirkt und was geschehen waere, wenn man diese nicht durchgefuehrt haette, erscheint mir eine faktische Beurteilung nicht moeglich. Insbesondere bei mir schon deshalb nicht, da ich parallel zur Ernaehrungsumstellung auch therapiert wurde. Trotzdem bleibt meine persoenliche Bilanz der Ernaehrungsumstellung positiv.

Es gruesst

Thea

11

Samstag, 2. Juli 2016, 16:48

Moin, Thea,

deine Ernährung ist schon seit langam meine Ernährung. Leider bin ich ziemlich verfressen und esse auch von Salat und meinen wunderbaren Gemüsesuppen einfach zu viel, weil ich so einen Appetit darauf habe. Dann hab ich auch noch sämtliche Kohlenhydrate reduziert (keine Kartoffeln mehr, Brot sowieso nicht) und nur noch vegan gelebt, auch kein Honig oder sonst was Süßes, Zucker schon überhaupt nicht. Tja, und ich nehme dabei absolut nicht ab! Da hab ich beschlossen, nochmal mit Almased (ja, du hast Recht) so ein Eiweißfasten zu machen. Das wirkt prompt, ich fühl mich gut und genau das ist mein Maßstab. (Bin etwas eigensinnig, weil schon lange an MS leidend, aber entgegen trauriger Prognose nicht im Rollstuhl oder so, nur eben dick und etwas unbeholfen geworden. Da hab ich damals nämlich auch nur auf meinen Instinkt gehört, weil die klassische Medizin außer Cortison nix anzubieten hatte und ich nicht wieder auf die Füße kam. Ich hab es dann geschafft, zwei Kinder großzuziehen, nach langer Berufspause und ohne nennenswerte Berufserfahrung vorher letztlich voll und unbefristet zu arbeiten (hab natürlich bei der Bewerbung nix von MS erzählt, bin aber auch nicht einen Tag deswegen au gewesen) und, was ich ganz toll finde, mir so grad noch eine Rente erarbeitet, die mich von Grundsicherung aufgrund der langen Berufspause unabhängig macht.
Dein Arzt hat Recht, zuviel Eiweiß schädigt die Niere. Sah man früher z.B. bei Bodybuildern, die auf Teufel komm raus solche Pulver zu sich genommen haben mit dem Gedanken: viel hilft viel. Das ist dumm. Es ist wie immer, die Dosis macht das Gift.
Wenn man Almased aber so anwendet, wie es angewendet werden soll, ist alles in Ordnung.
Gib bei Google mal fasten und Leber ein. Dann stößt Du auf einen Artikel des Deutschen Krebsforschungszentrums aus diesem Jahr und natürlich auf viele weitere Artikel zu diesem Thema. Also mich bestärkt das jetzt erstmal in meinem Weg. Nur schade, dass ich die Almasedkur nicht erst nach der Erdbeer- und Himbeersaison begonnen habe.....
Ich habe schwer den Eindruck, dass auch ein Desmoid eine fiese Erkrankung ist, für die die Möglichkeiten der Medizin unbefriedigend sind. Wir sind einfach zu wenige, so dass es keine klaren Therapiekonzepte gibt. Wenn man weit im Gesunden schneiden kann, wieviel Rezidive gibt es dann prozentual trotzdem? Weißt du das? Ich versuche nämlich, mir für eine Op Mut zu machen. Und ich kann mit schwierigen Gewissheiten viel besser umgehen als mit Ungewissheit.
Es grüßt dich Lili

12

Freitag, 29. Juli 2016, 12:49

Hallo Lilib,
ich habe meinen Alien oberhalb vom Knie und die Ärzte wollten unbedingt schneiden, weil er so gut zugänglich ist. Ich kann Dir - nur aus dem Bauch heraus- nur davon abraten. Wenn Du keine oder aushaltbare Schmerzen hast, würde ich das Ding in Ruhe lassen. Die Rezidivraten liegen zwischen 40-60%. Und es ist nicht geklärt, wie die DInger entstehen. Ein Verdacht ist ja entartetes Narbengewebe - und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Du operierst und generiest Narbengewebe. Also ich werde eine OP immer als letzte Option sehen. Ich habe auch den Eindruck, als würde gerade ein Umdenken bei den Experten stattfinden von "Muß raus" zu " Abwarten und beobachten". Mir kam schneiden immer als eine Form der Hilflosigkeit vor, weil man keine Alternativen kennt.
Aber ich bin kein Experte, hab die Diagnose erst seit 1 Jahr und tierisches Glück, weil mein Alien still hält und nicht so dolle weh tut. Ich habe beschlossen, das auszusitzen und auf meine Wecheljahre zu warten in der Hoffnung, daß er sich dann zurück bildet. Also an Deiner Stelle würde ich OP ablehnen. Du tauschst einen bekannten Zustand gegen einen unbekannten ein und hast zu 50% die Chance, daß das Ding wiederkommt. Ich hab das für mich abgelehnt.
Ich ernähr mich halt auch gesund, freß Obst wie doof und gehe viel joggen, wandern und radfahren - belaste also das Knie. Und hab das Gefühl, daß es okay ist. Ob deswegen oder trotzdem - kann keiner sagen. Ich drücke Dir die Daumen, daß Du den richtigen Weg für Dich findest....
Grüße Die Sylvie

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