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Samstag, 3. Januar 2015, 00:53

Hallo zusammen

Ich bin 42 Jahre alt und wohne in der Schweiz. Seit 2013 habe ich zwei grössere Desmoide und einige Kleine im grossen Rückenmuskel. Ich wurde aber nie operiert da wir uns für eine überwachende Behandlung mittels MRI alle 6 Monate und Medikamente entschieden haben. Bis jetzt sind die Tumore ca. 2-5 mm gewachsen seit der Erstdiagnose. Ständige Schmerzen habe ich sehr schwach, allerdings stören die Dinger wenn ich drauf liege sehr. Seit neuem spielt auch der Nerv im Arm etwas verrückt und schmerzt unterschiedlich. Ich werde dies im Januar abklären lassen.
Ich hoffe hier auch verschiedene Infos von Betroffenen zu bekommen und wollte mich mal melden damit Andere auch sehen, dass sie nicht die Einzigen sind.
Ich wünsche Euch allen ein gutes, neues Jahr und viel Kraft und alles Gute!
Hunter

2

Samstag, 3. Januar 2015, 17:53

Hallo Hunter,
schön, dass du dich auch meldest!
Du hast ja auch schon eine längere Tortur mit deinen Desmoiden und dann gleich mehrere!

Ich bin selber seit dem Frühjahr betroffen und lasse mich im Moment auch nicht operieren!
In dem halben Jahr, da ich nun weiß, dass es ein Desmoid ist, ist er auch schon arg gewachsen, aber ich hab im Januar erst mein 3. MRT!
Bin noch recht unwissend und erkundige mich wo ich nur kann und es mein Befinden zulässt!

Gruß Annette




Liebe Grüße Annette

3

Sonntag, 4. Januar 2015, 00:51

Hallo Annette
Was für Medikamente nimmst Du? Ich nehme Indocid-Retard 75 mit Magenschutztabletten. Die Wirkung auf das Wachstum der Desmoide ist aber nicht erwiesen. Die Medis bewirken aber auch geringere Schmerzen. Ich weiss, dass noch eine Patientin in der Schweiz die gleichen Medis nimmt. Die sonst bekannten Medis waren bis jetzt noch kein Thema.
Gruss Hunter

4

Sonntag, 4. Januar 2015, 08:26

Hallo Hunter,
ich hab mich noch gegen Medikamente entschieden, da es mir eben keiner sagen konnte, ob der Wachstum dadurch eingeschränkt oder gestoppt wird!
Meine Schmerzen sind wie Wellen, kommen meist aus einer Bewegung heraus. Ich kann sie nicht immer vermeiden, aber doch einschränken. Wenn es zuviel ist, dann kommt der Schmerz auch plötzlich in Intervallen!
Mein Prof hatte mich gefragt, von 1 - 10 wie der Schmerz sei. Damals waren die Schmerzschübe teilweise bei 8, heute bei 5, weil ich versuche meinen Arm nicht zu überanstrengen!
Der Desmoid ist bei mir am Oberarm, Oberarmkapsel und geht auf die Schulter. Ich hab noch einige Jahre vor mir, die ich arbeiten darf und möchte, daher ist eine OP noch lange keine Option für mich und Medikamente will ich nicht zu früh nehmen, denn es sind ja wirkliche Hämmer und ich will dass ich dann, wenn die Schmerzen dauerhaft sind eine Möglichkeit habe, sie zu lindern!
Mir konnte man noch nicht sagen, ob die Wirkung der Medikamente bei zu langer Dauer der Einnahme, nachlässt!

Aber ich bin ja noch nicht so lange betroffen, informiere mich und gehe im Moment alle 3 Monate zum MRT.
Allerdings nehme ich mir auch Auszeiten, weil es sehr viel ist, dass ich im Moment in mich aufnehme!



Liebe Grüße Annette

5

Montag, 5. Januar 2015, 18:07

Hallo Hunter,

ich drücke dir die Daumen, dass an Deinem Armnerv nicht auch noch ein Desmoid ist. Hat man Deine Desmoide im Rücken gleich entdeckt, oder musstest du lange auf die Diagnose warten? Kannst Du dann wenigstens auf der Seite gut schlafen. Ich habe jetzt auch das Problem, dass ich nicht liegen und deshalb ohne Schmerzmittel auch nicht schlafen kann. Aber ich werde demnächst nochmal operiert, damit ich auch beim Laufen nicht so eingeschränkt bin und dann ist auch hoffentlich der Schmerz besser. Dass ersetzt mir aber leider keine Medikamententherapie, weil man nicht alles entfernen kann.

Hallo Annette,

wie meinst Du das mit der Wirksamkeit der Medikamente? Meinst Du Schmerzmittel oder Medikamente zur Tumorbehandlung? Wie geht es Dir jetzt so insgesamt?

Herzliche Grüße an ALLE :)

6

Dienstag, 6. Januar 2015, 00:14

Hallo Manu
Ich habe den ersten Tumor erst entdeckt als er und ein zweiter recht gross war. Ich hatte unwahrscheinliches Glück, dass mein Hausarzt bereits eine Patientin hatte mit Desmoiden! Da er selbst nicht an seinen Verdacht glaubte, sandte er mich zum abklären ins Spital. Nach Ultraschall, CT und MRT hatten wir den Befund: hoher Verdacht auf Desmoidtumor. Das Spital wollte sofort operieren. Ich habe in dieser Zeit viel über die seltene Krankheit nachgelesen und auch über die Risiken einer OP. Mir ging das alles zu schnell! Ich bin über eine Kollegin an eine Fachperson im Universitätsspital Zürich als Zweitmeinungsperson gelangt. Nach weiteren MRT's und Stanzbiobsie war die Diagnose bestätigt. Die OP haben wir kurz vor Termin abgesagt auf anraten eines Tumorboards mit verschiedenen Fachspezialisten. Ich wurde danach an die Uniklinik Balgrist in Zürich weitergeleitet, die einige Erfahrung mit Desmoiden hat. Das ganze fand innert ca. 5 Wochen statt. Ich gehe nun alle 6 Mt. zum MRT.

Schlafen kann ich auf dem Bauch und auf einer Seite, auf dem Rücken gehts auch, wenn nichts drückt.

War heute beim EMG um den Armnerv auszumessen. Der Nerv ist i.o. aber stark gereizt und der Ellbogenmuskel auch. Ich muss nun für 3 Wochen ein Armgibs tragen und Terapie machen. Weitere MRT der Schulter folgen da die Ursache nicht klar ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der OP! Hoffentlich bringt Dir dies eine grosse Erleichterung!
Gruss Hunter

7

Dienstag, 6. Januar 2015, 12:08

Hallo Hunter,

das ist schön, dass Du einen Arzt hast der das gleich erkannt hatte. Unsere Orthopädin hat meine Tochter auch gleich zum CT und MRT geschickt, als wir bei ihr waren um die "Muskelverhärtung" untersuchen zu lassen. Nie wären wir auf die Idee gekommen, dass das ein Tumor ist.

Die hat schnell reagiert und innerhalb von 2 Wochen hatten wir einen Termin im Krankenhaus und ich glaub 3 Wochen später gleich die Gewebeentnahme um festzustellen was das genau ist.

Meinst Du die Reizung deiner Nerven kommen vom Tumor oder vermuten die Ärzte eine andere Ursache die sie noch abklären möchten?

LG Ani

8

Dienstag, 6. Januar 2015, 16:04

Hallo Manu,
mit der Wirksamkeit meine ich wirklich die Schmerzmittel.
Bei den Medikamenten zur Tumorbehandlung konnte mir bisher noch kein Arzt sagen, ob es wirksam ist!
I
ch hab durch nachfragen und nachlesen bisher erfahren, dass es nicht sicher ist, ob die Medikamente den Tumor zurück gehen lassen, oder ob er auch so zurück gegangen wäre!
Bei den OPs heißt es, dass es schwierig ist, den ganzen Tumor zu entfernen. Wenn nicht ganz entfernt, dannwuchert er stark weiter!
Abwarten sei erst einmal das Beste, zumal ich ja in einem frühen Stadium bin!
Ralf hat die Studie mitgemacht und hat gute Erfolge erzielt, das ist jetzt eine positive Info, die wieder aufbaut!


Ist immer noch schwierig für mich!



Liebe Grüße Annette

9

Mittwoch, 7. Januar 2015, 18:02

Hunters Beitrag vom 4. Januar 2015, 01:51

Hallo Hunter,
du schreibst in deinem Beitrag das du zur Zeit das Medikament Indocin-Retard verwendest, dessen Wirkstoff Indometacin ist. Schau dir doch bitte mal diese beiden Artikel an:


Die am häufigsten eingesetzten Medikamente dieser Gruppe sind
Sulindac und Indometacin. Die beiden Medikamente sind sich sehr ähnlich,
bei Sulindac handelt es sich um eine leicht veränderte Form von
Indometacin.

Es gibt die Vermutung, dass Sulindac eine bessere Wirkung auf
Desmoide zeigt als Indometacin. Folgender Mechanismus scheint dabei von
Bedeutung zu sein:

Sulindac wird im Körper in zwei verschiedene Stoffe umgewandelt (Sulindac-sulfid und Sulindac-sulfon).

  • Sulindac-sulfid wirkt über den oben beschriebenen Mechanismus.
  • Sulindac-sulfon soll über einen anderen, unbekannten Mechanismus zusätzlich das Tumorwachstum hemmen.

Diese (vermutete) zusätzliche Wirkung fehlt dem Indometacin.

Eine Studie, in der die Wirkung der beiden Medikamente auf Desmoide
verglichen wird, gibt es bisher nicht. Es ist aber festzustellen, dass
in den Studien zu den beiden Medikamenten meist Sulindac verwendet wird.
Somit können über das Sulindac bessere Aussagen hinsichtlich der
Wirksamkeit getroffen werden, weil mehr Studien dazu vorliegen.

Ein weiterer Vorteil des Sulindac ist seine bessere Verträglichkeit
im Vergleich zu Indometacin. Es verursacht weniger
Magen-Darm-Beschwerden, außerdem kann Indometacin in sehr seltenen
Fällen eine Störung des Knochenmarks hervorrufen. Diese Nebenwirkung
fehlt dem Sulindac.

Sulindac ist allerdings in Deutschland nicht gelistet. Das bedeutet,
es ist häufig nicht problemlos über die Apotheken zu bekommen und bei
einigen Krankenkassen kann die Erstattung der Kosten schwierig werden.

Seit einiger Zeit gibt es auf dem Markt auch ein Medikament namens
Celecoxib. Dies ist eine Weiterentwicklung der oben genannten
Medikamente. Celecoxib hat den Vorteil, dass es weniger Nebenwirkungen
auf den Magen-Darm-Trakt hervorruft. Mittlerweile hat sich aber
herausgestellt, dass Celecoxib zu einem erhöhten Risiko für Herz- und
Gefäßerkrankungen führt. Es sollte daher nicht an Patienten verschrieben
werden, die bereits Beschwerden am Herzen haben. In der Therapie der
Desmoide kann es als Alternative eingesetzt werden, wenn die anderen
NSAID nicht vertragen werden. Es gibt hierzu allerdings bisher nur sehr
wenige Daten.

Siehe: Roter Pfeil: Substanzen in:

http://www.sos-desmoid.de/index.php/beha…ungshemmer.html

Siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Desmoid-Tumor


Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Therapie wurden erfolgversprechende Ergebnisse
mit der Kombination von hochdosierten Gaben von Antiestrogen (z.B. Tamoxifen) in Verbindung mit Sulindac[4] erzielt.

Da Sulindac in Deutschland nicht zugelassen ist, wird es oft zunächst mit Indometacin
substituiert. Die Ergebnisse hierbei sind jedoch sehr viel schlechter
als bei der Therapie mit Sulindac. Dies liegt daran, dass beide
Medikamente zwar zur Therapie von Rheuma Verwendung finden, in ihrer Wirkungsweise jedoch nicht identisch sind.

Sulindac wandelt sich in der Leber um in

  1. Sulindac-Sulfid, einen COX-2-Hemmer, ähnlich dem Indometacin und
  2. Sulindac-Sulfon (Exisulind), welches scheinbar eine zusätzliche
    dämpfende Wirkung auf das Wachstum der entarteten Zellen hat (genauere
    Erkenntnisse dazu fehlen bisher), die beim Indometacin fehlt.

Du
könntest vielleicht einmal deinem Arzt diese Berichte zeigen und mit ihm darüber sprechen, ob für dich das Medikament Sulindac b.z.w. Clinoril,(ist das selbe nur ein anderer Markenname), nicht möglicherweise erfolgversprechender wäre !?
Indocin-Retard also,(Indometacin), Sulindac und-oder Clinoril gehören zur selben Medikamentengruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, (NSAR),.

Falls diese Medikamente in der Schweiz nicht zugelassen sein sollten, so gibt es diese aber wohl in Frankreich und- oder Belgien. Ein netter Apotheker kann diese bestellen. Fehlt nur noch die Übernahme der Kosten durch deine Krankenkasse. Die müsste man möglicherweise beantragen.

Lieben Gruß Ralf H.

Dieser Beitrag wurde bereits 20 mal editiert, zuletzt von »Ralf H.« (8. Januar 2015, 22:31)


10

Mittwoch, 7. Januar 2015, 19:49

Hallo Hunter,

das ist ja echt der Hammer, dass Dein Hausarzt schon mal eine Patientin mit einem Desmoidtumor hatte, aber ein großes Glück für Dich. Bei mir war das vor 19 Jahren noch sehr unbekannt.

Hallo Annette,

ich glaube Dir, dass das für Dich alles noch sehr schwer ist. Solange Du abwarten kannst, ist das auf jeden Fall das Beste.

Hallo Ani,

ich freue mich, dass es Deiner Tochter gut geht und sie wieder besser laufen kann. :)

11

Mittwoch, 7. Januar 2015, 21:06

Hallo Ralf,
deinen Bericht hab ich auch mit Interesse gelesen! Danke dir!

Manu,
wenn ich dann aber lese, wie es euch geht und ergangen ist, dann komm ich mir schon recht dumm vor!
Wann ist denn dein OP Termin? Du hast es glaube ich mal erwähnt! Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen dafür!



Liebe Grüße Annette

12

Mittwoch, 7. Januar 2015, 21:44

@ Annette
Ne ich dumm ist der falsche Ansatz. Aber ich kann verstehen was Du meinst. Aber ist es nicht so, dass wir einfach "am Anfang" sind und alles was wir in die Finger bekommen aufsaugen und mit großem Interesse lesen. Alle die einfach ein größeres Informationsspektrum haben, setzen sich bestimmt schon viel länger mit der Situation auseinander.


---------------

Aber danke Ralf für den Beitrag. Ist echt interessant.



Jetzt mal ne ganz andere Frage! Was ist denn der Unterschied von Sulindac und Glivec? Diese Medis laufen mir immer wieder über den Weg und ich in Bezug auf die AF gelesen habe.



LG Ani

13

Mittwoch, 7. Januar 2015, 21:50

Ani,
ja, da hast du schon recht, wir stehen am Anfang!



Liebe Grüße Annette

14

Donnerstag, 8. Januar 2015, 10:47

Anis Beitrag und Frage vom Mittwoch d.07.01.2015

Hallo Ani,

Der Unterschied zwischen den Medikamenten Sulindac und Glivec, b.z.w. Imatinib, (ist das selbe nur ein anderer Markenname), ist folgender:



Imatinib,(Glivec), gehört zur Gruppe der Tyrosinkinase-Rezeptor-Blocker.
Tyrosinkinasen sind Rezeptoren auf der Zelloberfläche, die für das
Wachstum von Zellen verantwortlich sind. Diese Rezeptoren leiten
normalerweise Signale von außen an die Zelle weiter, dass sie wachsen
soll. Bei einigen Tumorzellen ist dieser Rezeptor kaputt, so dass er
immer Wachstumssignale an die Zelle leitet, auch wenn von außen gar kein
Signal kommt. Die Zelle wächst also ständig, teilt sich, und so
entsteht ein Tumor. Imatinib blockiert den ständig aktivierten Rezeptor,
so dass er keine Wirkung mehr auf die Zelle hat. Er stoppt dadurch
Wachstum und Teilung der Zelle. Über welchen Rezeptor genau das Imatinib
beim Desmoid wirkt, weiß man nicht. (Es gibt verschiedene
Tyrosinkinaserezeptoren.) Man kann deshalb zur Zeit nicht vorhersagen,
bei welchen Desmoiden das Imatinib wirken wird.

Imatinib wird auch als ‚sanfte Chemotherapie’ bezeichnet. Dies stimmt
insofern, dass Imatinib auch bei einigen Krebserkrankungen eingesetzt
wird. Es gehört aber in eine ganz neue Gruppe von Chemotherapeutika,
nämlich die der Signaltransduktionshemmer. Diese Medikamente wirken,
indem sie Wachstumsrezeptoren hemmen. Sie wirken also viel gezielter als
herkömmliche Chemotherapeutika, die ja unspezifisch alle sich schnell
teilenden Zellen treffen. Daher nennt man sie auch target therapies
(bzw. zieloptimierte Krebsmedikamente) . Die Nebenwirkungen dieser
Medikamentengruppe sind geringer als die einer herkömmlichen
Chemotherapie.Ziel dieser Behandlung ist es, das Wachstum des Tumors zum Stillstand zu bringen.

Sulindac hingegen ist ein Entzündungshemmer der folgendermaßen wirkt:

Sie wirken, indem sie die Herstellung von Stoffen hemmen, die bei der Entstehung von Entzündungen eine wichtige Rolle spielen.

Wie NSAID auf das Wachstum von Tumoren wirken, ist nicht genau
geklärt. Eine Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Proteine
(Eiweißstoffe) beta-catenin und APC, die im menschlichen Körper
vorkommen. Ihre Aufgabe ist es, zusammen mit anderen Stoffen, das
Wachstum der Zelle zu steuern. Liegt ein Defekt in einem dieser Proteine
vor, kommt es zu einem vermehrten Zellwachstum. Durch dieses
überschießende Zellwachstum können dann Tumore entstehen. Es hat sich
gezeigt, dass dieser Mechanismus sowohl eine Rolle spielt bei der
Entstehung von Darmpolypen bei der FAP als auch bei der Entstehung von
Desmoiden. Im Falle der FAP kann dieser Defekt vererbt werden, bei
Desmoiden ist dies nicht der Fall, sondern er entsteht durch unbekannte
Einflüsse bei jedem Patienten neu.

Die NSAID greifen in diesen Mechanismus ein. Sie werden daher sowohl
in der Behandlung von Desmoiden eingesetzt als auch in der Behandlung
der FAP. Dies ist der Grund, warum die meisten Studien zum Einsatz von
NSAID bei Desmoiden mit Patienten durchgeführt wurden, die zusätzlich an
einer FAP erkrankt sind. NSAID werden aber auch bei Patienten
eingesetzt, die nicht an einer FAP erkrankt sind.

Wobei auch hier das Ziel der Behandlung ist, dass Wachstum der Tumorzellen zum Stillstand zu bringen.

Siehe: http://www.sos-desmoid.de/index.php/beha…edikamente.html


Lieben Gruß Ralf H.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Ralf H.« (8. Januar 2015, 21:34)


15

Samstag, 10. Januar 2015, 11:03

Hallo Ralf,

es ist wirklich gut zu wissen, daß wir so einen überaus gut informierten Mitstreiter in unserer Gruppe haben! Da kann man immer mal anklopfen.

Mir hat man bis jetzt immer von Tumortherapien abgeraten mit den Hinweis, erst mal abwarten ob er wieder kommt. Ich habe mich bei 4 Kliniken in Frankfurt informiert auch in der Uni-Kl. Keiner weiß Bescheid aber die meisten waren sehr interessiert und haben mich nicht abgewiesen.

Ich finde es aber ganz schrecklich, daß man einfach nichts tun kann und quasi sich so im Stich gelassen fühlt. Da habe ich mich auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten gemacht. Den Autor O.C. Simonton fand ich, bis auf seinen Entspannungsübungen" zu überspannt. Bei dem Sachbuch von David Servan-Schreiber "Das Anti Krebs Buch" finde ich die große Betonung auf hochdosierte Vitamin-D-Gaben unsympatisch, aber er glaubt und es ist auch schon weiterhin bekannt, daß in Kräutern und Gewürzen sich die Substanz Glivec befindet.

Auf einmal lese ich immer wieder Glivec durch Kräuter und Gewürze in der täglichen Ernährung als Alternative oder Zusatztherapie, die er vertritt. Kräuter und Gewürze würden nach den gleichen Mechanismen wirken, wie die Medikamente. Man soll diese normal im Stil mediterraner Ernährung- aber regelmäßig anwenden. Also keine übertriebene Mengen und das Wort "Diät" gibt es nicht. Das soll Tumorwachstum verlangsamen u./o. stoppen. Da ich eh schon über ca. 30 Jahre Vegetarierin bin, fällt mir die Nutzung der Kräuter usw. nicht schwer. Ich muß sie nur bedachter einsetzen. Macht mir eigentlich auch Spaß.

Was hälst Du/Ihr davon? Zumindest kann ich was tun und es schmeckt auch noch. Ja, ja, die Hoffnung ist immer noch da. ;)

Seid alle herzlich gegrüßt von Runa

16

Freitag, 16. Januar 2015, 21:45

"runas" Beitrag vom 10.01.2015: Glivec

Hallo an alle Forum-Mitglieder,
hier ein gut gemeinter Nachtrag zu Runas Beitrag: Die von Runa gemeinte Substanz Glivec bezieht sich auf:

Imatinibmesylat :Imatinib
Glivec (Europa), Gleevec (USA)Novartis
ABL, KIT, PDGFRA, PDGFRB, ...
Anwendungsgebiete:
Chronische myeloische Leukämie,GIST,Aggressive Fibromatose,BCR-ABL-positive akute lymphatische Leukämie,
Dermatofibrosarcoma protuberans,spezielle Fälle von Myeloproliferativen Neoplasien[18] oder Hypereosinophilen Syndromen/Eosinophilenleukämie[19]

Gute Besserung und viel Kraft an alle Betroffenen....wünscht euch Ralf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ralf H.« (16. Januar 2015, 21:54)


17

Sonntag, 1. Februar 2015, 13:23

Hallo an Alle,

hier schicke ich Euch ein Zitat von Ralf, da ich finde, daß es lesenswert und bedenkenswert ist. Einiges hat Ralf aus dem web kopiert.





Zitat von »Ralf H.
Betreff: Glivec


Ich schreibe dir heute mal privat, um etwas zu deinem letzten Beitrag zu erklären. Du schreibst: "das in Kräutern und Gewürzen sich die Substanz Glivec befindet". Eine Substanz Glivec gibt es so nicht. Glivec oder auch Imatinib ist ein pharmazeutischer Markenname,ein Produktname, wie z.B.Aspirin oder Togal o.ä. Der Wirkstoff des Produktes Glivec ist Imatinibmesilat.Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Imatinib

Arzneilich verwendet wird das Imatinibmesilat,ein Salz der Methansulfonsäure, dessen Name in der Entwicklungsphase CGP57148B bzw. STI-571 lautete.Chemische Formel: 4-[(4-Methylpiperazin-1-yl)methyl]- N-[4-methyl-3-[(4-pyridin- 3-ylpyrimidin-2-yl)amino] phenyl]benzamid.

Dies soll aber keine Belehrung sein, sondern nur ein Hinweis. Ich weiß aber was du meinst.

Servan-Schreiber: Exakt solche Wirkstoffe existieren jedoch bereits, in diversen Pilzen (die vorwiegend in der asiatischen Küche verwendet werden), in grünem Tee, Erd- und Himbeeren, Wal-, Hasel- und Pecannüssen. Ätherische Öle und Inhaltsstoffe von Minze, Thymian, Majoran, Oregano, Basilikum und Rosmarin hemmen die Bildung neuer Blutgefäße in Zellkulturen sogar ähnlich wirksam wie der Bestseller unter den modernen Chemotherapeutika, der Neo-Angiogenese-Hemmer Glivec, der seit 2001 vor allem bei chronisch myeloischer Leukämie als Wundermittel gefeiert wird.
Entzündungshemmend wirken dagegen die sekundären Pflanzenstoffe aus grünem und Kohlgemüse, Kurkuma (insbesondere in Verbindung mit Pfeffer in Curry-Gewürzmischungen), Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln sowie Omega-3-Fettsäuren (in Fisch, Oliven- und Leinöl) und Speisen mit niedrigem glykämischem Index (Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Haferflocken, Müsli, Heidelbeeren, Kirschen, Agavendicksaft als Zuckerersatz, schwarze statt Milchschokolade).

Zusätzliche Chance im Kampf gegen Krebs - Das Lesen der Bücher 'Das Anti-Krebs-Buch' von David Servan-Schreiber, 'Krebszellen mögen keine Himbeeren' und 'Die neue Anti-Krebs-Ernährung' von Dr. Coy bestätigt, dass die Ernährung in der Tat eine große Rolle bei der Therapie und Prävention von Krebserkrankungen spielt. Bei allen drei Büchern wird deutlich, dass wir heute zu viel Zucker und Stärke konsumieren und zu wenig gesunde Fette beziehungsweise Öle essen. Bei allen drei Büchern wird darüber hinaus klar, wie wichtig sekundäre Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse sind.Ursprüngliche Obstsorten wie Himbeeren und Heidelbeeren enthalten sehr viele sekundärePflanzenstoffe und wenig Zucker. Moderne Obstsorten - wie die Apfelsorten im Supermarkt - enthalten dagegen kaum noch sekundäre Pflanzenstoffe und darüber hinaus viel Zucker. Im Buch 'Die neue Anti-Krebs-Ernährung' wird sehr gut erklärt, welche Obst- und Gemüsesorten gesund sind. Obwohl in dem Buch 'Krebszellen mögen keine Himbeeren' auch auf gesunde Obst und Gemüsesorten hingewiesen wird, weiß man als Leser nicht, wie viel man täglich oder wöchentlich davon essen muss - hundert Gramm, ein halbes Kilo, ein ganzes Kilo? Im Gegensatz hierzu finde ich den 28-Tagesplan mit allen dazugehörigen Rezepten im
Buch von Dr. Coy viel besser, weil man hier ganz konkrete Angaben zu denMengen bekommt.Im Buch 'Krebszellen mögen keine Himbeeren' wird sehr schön beschrieben, dass z.B. die Anti-Angiogenese-Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe eine hemmende Wirkung auf Tumoren ausüben kann. Inzwischen weiß man durch neue Untersuchungen zur Wirkung von Anti-Angiogenese-Wirkstoffen, dass diese auch dazu führen können, dass Tumore aggressiver werden, wenn nicht gleichzeitig die Zuckerversorgung der Tumoren begrenzt wird. Es wird immer deutlicher, dass Krebs genau wie Diabetes, Alzheimer und Herzinfarkt eine Zivilisationskrankheit ist, die durch die nicht artgerechte Ernährungs- und Lebensweise des Menschen in Industrienationen maßgeblich ausgelöst wird.

Hier noch etwas interessantes, falls du es noch nicht weißt:

Granatapfel: Prävention und adjuvante Ernährungstherapie bei Krebserkrankungen
.

Der Granatapfel ist eine der ältesten Kultur- und Gesundheitsfrüchte der Menschheit. Aber erst in den letzten sieben Jahren rückte er in den Blickpunkt der Forschung.In klinischen Studien wurden im Granatapfelsaft überzeugende antioxidative, antiinflammatorische, antiarteriosklerotische und
antikanzerogene Wirkungen nachgewiesen. Bei 48 Prostatakrebspatienten zeigte sich u.a. eine Vervierfachung der PSA-Verdoppelungszeit.
Andere Studien wiesen dem Granatapfelsaft eine ausgeprägte wachstumshemmende Wirkung gegen Lungen-, Darm-, Haut- und Brustkrebs
nach. Der auch für Diabetiker gesunde Saft verbesserte deutlich dieMyokarddurchblutung bei KHK-Patienten und reduzierte arteriosklerotische Ablagerungen in der Karotis. Er hemmt Entzündungsprozesse (über NF-kappa-B und TNF-alpha) und die Entwicklung von Alzheimer-Demenz. Hierfür verantwortlich scheinen nicht bestimmte isolierte Verbindungen zu sein, sondern die Synergie allernatürlichen Inhaltsstoffe der Frucht. Diese modulieren Zellsignalwege sowie epigenetisch die Genexpression und -regulation.In der Krebshemmung zeigen Granatapfelsaft und fermentierte
Granatapfelsaftextrakte eine deutlich höhere Wirksamkeit als isolierte Verbindungen wie Punicalagin, Ellagsäure oder tanninreiche Extrakte.

Und noch eine Anmerkung, b.z.w. Frage:

Hast du dich schon mal mit Flavonoiden beschäftigt ?


Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Flavonoide


Hier eine Pflanze die
Inhaltsstoffen wie z.B. die Flavonoide Kaempferol und Quercetin enthält,die wie Glivec als Tyrosinkinase Hemmer bei Tumoren Wirkung zeigt.

HOUTTUYNIA cordata - auf Thai - Pluu Kao


Herkunft:
Stammt
aus der Familie der Saururacea, einer Blattgemüseart. Verwendet werden die in Südostasien beheimateten Blätter, welche im Geschmack aromatisch
sind und zwischen Ingwer und Fisch verglichen werden (Fischwurz)
Eigenschaften:
In der thailändischen und in der chinesischen Medizin finden die Pflanzen,welche reich an Flavonoiden sind und auch Alkaloide beinhalten seit
Menschengedenken Verwendung.Bei der Behandlung von Infekten im Urogenitalbereich bakteriellen Ursprungs, als Mittel gegen Tumore, vor
allem aber als pflanzliches Antibiotikum ohne Nebenwirkungen, gegen Bakterien unterhalb des Nabels.Die gesamte Pflanze, respektive die
Blätter wirken entzündungshemmend, antiviral, antiphlogistisch (abschwellend) blutreinigend sowie hypoglykämisch. Ferner werden gute
Ergebnisse im ophtalmologischen Bereich (entzündliche Augenerkrankungen)erzielt.Es gibt kein Resistenzverhalten und die Pflanze wirkt als
Tyrosinkinase Hemmer bei Tumoren.
Indikation und Wirkung:
Als Basistherapeutikum bei entzündlichen Infekten als Pendant zu Andographis, bei STD (sexuell transmited disease) Schmierinfektionen.
Herpes simplex und genitalis, Colitis ulcerosa. Stärkt das spezifische Immunsistem.Kontraindikation und Nebenwirkungen, Interaktionen: Bisher keine bekannt.


Seid gegrüßt von Runa

18

Freitag, 20. Februar 2015, 14:23

Hallo Hunter,

wie geht es Dir denn jetzt? Wurde der Grund Deiner Beschwerden gefunden und gibt es denn eine Möglichkeit etwas dagegen zu machen oder muß man erst noch abwarten? Hat der Gipsverband Dir denn eine Erleichterung gebracht? Welcher Art von Schmerzmittel werden denn so in der Schweiz verordnet? Gibt es bei Euch auch eine Betäubungsmittel-Verordnung für bestimmte Schmerzmittel z.B. Morphine?

Ich wünsche Dir eine gute Zeit und sei gegrüßt von Runa

19

Mittwoch, 8. April 2015, 05:09

Hallo Runa, hallo zusammen
Vielen Dank für Eure Beiträge! Entschuldigt, dass ich mich erst jetzt melde.
Mein Armgibs war ich nach zwei Wochen wieder los. Die Ausmessungen der Nerven im Arm bis in den Nacken ergaben zum Glück, dass keine Nervenschädigung vorliegt. Die Entzündung ist fast ganz abgeheilt, allerdings bleibt ein Restziehen wie nach einem Muskelkater bestehen. Die Aerzte meinen dies kommt von der Fehlhaltung meines Arms da meine Tumore an der Körperseite mich öfter stören. Ich versuche nun den Arm mehr zu schonen. Insgesamt sind meine Schmerzen nicht so einschränkend eher nervig und bis jetzt wachsen die Tumore langsam aber stetig. Ich benötige zum Glück keine noch stärkere Schmerzmittel. Ich werde aber mit meinem Arzt ein Medikamentenwechsel diskutieren. ( siehe obige Beiträge). Ich weiss, dass in der Schweiz bei sehr starken Schmerzen auch kurzzeitig Morphin basierende Medis verschrieben werden, dies benötige ich aber nicht. Mein nächster MRT Termin ist im Mai. Wünsche Euch allen viel Kraft und Geduld!